Angebote für Personen, die beruflich mit Flüchtlingen arbeiten


Heimvolkshochschulen in Niedersachsen sind bekannt für hochqualifizierte Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte aus pädagogischen und sozialen Berufen. Angesichts der vielen Kinder und Jugendlichen, die derzeit nach Deutschland fliehen, gibt es jetzt besondere Anforderungen an LehrerInnen, ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen. Wir unterstützen Sie mit entsprechenden Angeboten, die Sie hier auf entsprechenden Unterseiten finden.


Gut zu wissen: Mehrtägige HVHS-Seminare beinhalten in der Regel Unterkunft und Verpflegung im Bildungshaus.


Syrien - zwischen antikem Glanz und Bürgerkrieg

Mariaspring

Ein Großteil der nach Deutschland kommenden Geflüchteten stammt aus Syrien. Seit nunmehr fünf Jahren herrscht dort Bürgerkrieg, bei dem die Fronten nicht mehr nur aus Anhängern des Assad-Regimes auf der einen Seite, und Rebellen auf der anderen Seite bestehen. Viele weitere Akteure haben sich mittlerweile mit ganz eigenen Interessen eingemischt. Für die Menschen in Syrien bedeutet dies ein Leben in ständiger Angst vor Terror, Hunger und Bomben. Auch die Berichterstattung wird dominiert vom Kriegsgeschehen. Doch hat Syrien eine beeindruckende Geschichte, Kultur und eine jahrtausendalte Tradition, die gegenwärtig jedoch aus der Wahrnehmung verschwunden ist. Syrien ist ein hochentwickeltes Land, das insbesondere durch sein großes Erdölvorkommen reich geworden ist.

Dieses Seminar in der HVHS Mariaspring
möchte beide Aspekte beleuchten – das Syrien vor dem Bürgerkrieg und das Syrien im Krieg. Es soll neben den aktuellen politischen und militärischen Geschehnissen auch die Geschichte, Kultur und Traditionen des Landes beleuchten.


Das Seminar richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Das Seminar kann als Bildungsurlaub anerkannt werden. Beamte können für diese Veranstaltung Sonderurlaub beantragen.

 

Termin: 8. bis 12. Mai 2017

 

Weitere Information:

HVHS Mariaspring, Rauschenwasser 78, 37120 Bovenden-Eddigehausen,
Tel. 05594 / 9506-0,
info@mariaspring.de

 


Syrien und Afghanistan: Politik, Kultur und Religion. Für Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit

Goslar

Bei der Betreuung von Geflüchteten – unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, Frauen oder Familien – spielen ihre nationalen, kulturellen und religiösen Hintergründe eine nicht unerhebliche Rolle. Da viele, die sich jetzt haupt- oder ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, nicht über eine Ausbildung in interkulturellen oder interreligiösen Kompetenzen verfügen, kann es hier zu Verständigungsschwierigkeiten und auch zu Befremdung kommen. Dieses Seminar im St. Jakobushaus bietet zunächst Informationen zu den aktuellen Krisenregionen dieser Welt und zu den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten in Deutschland.

 

Da ein großer Teil der Geflüchteten aus Syrien oder Afghanistan kommt, vermitteln Referent/innen aus diesen beiden Ländern Hintergrundinformationen über die Geschichte, Politik, aber auch die Kultur und den Alltag vor Ort. Wie sieht die aktuelle politische Situation in Afghanistan aus? Welche Volksgruppen gibt es in Syrien? Was sind die Hauptgründe für die Flucht? Vor diesem Hintergrund werden in Übungen verschiedene Fallbeispiele aus der Arbeit mit Geflüchteten erarbeitet und Handlungsmöglichkeiten erprobt. Dabei sollen auch Konflikte des Alltags thematisiert und gemeinsam aufgearbeitet werden.

 

 Termin: 15. bis 17. Mai 2017

 

Weitere Information und Anmeldung:

 St. Jakobushaus, Reußstraße 4, 38640 Goslar,

Tel. 05321/ 3426-0, info@jakobushaus.de


Deutsche Kultur in Minimodulen für Aktive in der Flüchtlingshilfe

Hannover

Greta Richter (Mitte) vom Stephansstift ZEB in einem Seminar mit Ehrenamtlichen.
Greta Richter (Mitte) vom Stephansstift ZEB in einem Seminar mit Ehrenamtlichen.

Menschen, die flüchten mussten, in kleinen Schritten an unsere Kultur heranführen: Dieses Seminar im Stephansstift ZEB soll Aktiven in der Flüchtlingshilfe oder Personen, die mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, Orientierung und Mittel geben, um kulturelle Inhalte als kleine interkulturelle Trainingsbausteine/Module zu gestalten. Im Seminar wird besprochen, was die Ziele interkultureller Trainings sind und was nicht. Was für Strategien Menschen nutzen, um sich in einer neuen Kultur zu bewegen (Akkulturationsmodell J. Berry).

 

Dann wird am Beispiel des Themas "Familie und Beziehung" gezeigt, welche Methoden und Medien man anwenden kann, um wesentliche Aspekte verständlich darzustellen und den Weg zum Verständnis unserer Kultur zu öffnen. Am ersten Seminartag wird es vor allem theoretische Inputs zu Kultur und Interkultureller Kommunikation geben und mögliche kulturelle Themen für Minimodule gesammelt. Mit dem gewonnenen Wissen werden am zweiten Seminartag in Gruppenarbeit Konzepte für Bausteine zu den verschiedenen Themen entwickelt, vorgestellt und erprobt. Der gemeinsame Abend soll in gemütlicher Atmosphäre Erfahrungsaustausch ermöglichen und mithilfe von kurzen Videos einen unterhaltsamen Perspektivwechsel auf Deutschland und Deutsche anregen. Wer bereits ein eigenes Thema in seinem Projekt als Minibaustein eingesetzt hat oder gerade an einem arbeitet, kann dies gerne mitbringen. Übernachtung und Frühstück können kostenfrei hinzugebucht werden.


Dieses Seminar wird von der evangelisch lutherischen Landeskirche gefördert und ist daher für Teilnehmende kostenlos.

 

Termin: 19. bis 20. Mai 2017

 

Weitere Information und Anmeldung:
Stephansstift ZEB gGmbH, Kirchröder Straße 44, 30625 Hannover, Greta Richter,
Tel. 0511 / 5353-315, g.richter@zeb.stephansstift.de

 


›Nur ein Stück Tuch‹?! Frauen muslimischen Glaubens im interkulturellen Diskurs

Bad Bederkesa

Muslime gehören zu unserer Gesellschaft. Manche Frauen muslimischen Glaubens tragen ein Kopftuch – andere nicht. Es gilt, mit Frauen in den Dialog zu treten, wenn die Bedeutung des ›Tuchs‹ zum Thema wird. Gibt es theologische Hintergründe und Textstellen im Koran, die das Tragen eines Kopftuches verlangen? Und werden diese Koranaussagen dann automatisch zu einer religiösen Pflicht? Oder drückt sich über das Tragen des Kopftuchs eine kulturelle Verbundenheit und Identität aus, die der einzelnen Frau wichtig ist? Welche Konsequenzen haben Gesetze, die es Frauen verbieten oder zur Auflage machen, ein Kopftuch zu tragen?

 

Zu Gast im Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa ist Hamideh Mohagheghi, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Islamische Theologie und Koranwissenschaften an der Universität Paderborn und Juristin. Sie antwortete in einem Interview mit DIE ZEIT: "Ich empfinde große Dankbarkeit, in einem säkularen Staat leben zu können. Man genießt religiöse Freiheit, und keiner kann von oben sagen, wie man richtig zu leben hat. (…) Und wir müssen eine neue Hermeneutik wagen, die eventuell einige klassische Verständnisse vom Koran infrage stellt".


Termin: 2. November 2017, 19.00 - 21.30 Uhr

 

Weitere Information und Anmeldung:
 Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa, Alter Postweg 2, 27624 Geestland,
Tel. 04745 / 94950, E-Mail: info@ev-bildungszentrum.de